Der Start der Sanierung: Gerüstbau, Balkonrückbau und wichtige Erkenntnisse auf der Baustelle
- soerenblaue
- 29. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Juni
Die ersten Arbeiten am Gebäude haben begonnen
Nachdem wir im ersten Beitrag die Ausgangssituation unseres Mehrfamilienhauses in Gummersbach vorgestellt haben, ist das Projekt inzwischen in die Umsetzungsphase gestartet.
Mit dem Aufbau des Gerüsts und dem Rückbau der Balkone werden die ersten Maßnahmen sichtbar. Gleichzeitig liefern genau diese Arbeiten oft wichtige Erkenntnisse über den tatsächlichen Zustand eines Gebäudes – und genau das war auch bei unserem Objekt der Fall.
Das Gebäude wird eingerüstet
Bevor die eigentlichen Fassadenarbeiten beginnen können, musste das gesamte Gebäude eingerüstet werden.
Das Gerüst bildet die Grundlage für sämtliche Arbeiten an der Gebäudehülle. Erst dadurch werden die Fassadenflächen, Anschlüsse und Balkone vollständig zugänglich.

Mit dem Gerüstaufbau wird ein Sanierungsprojekt für Eigentümer, Mieter und Nachbarn erstmals sichtbar. Gleichzeitig beginnt nun die Phase, in der aus Planung konkrete Umsetzung wird.
Rückbau der Balkone bringt die ersten Erkenntnisse
Parallel zum Gerüstbau wurden die bestehenden Balkonaufbauten zurückgebaut.
Ziel war es, die vorhandene Abdichtung freizulegen und den tatsächlichen Zustand der Konstruktion zu überprüfen.
Bereits nach den ersten Rückbauarbeiten zeigte sich, dass die Entscheidung zur Sanierung absolut richtig war.
Unter der bestehenden Abdichtung hatte sich über längere Zeit Feuchtigkeit angesammelt. Teilweise stand sogar Wasser zwischen den einzelnen Schichten des Balkonaufbaus.


Solche Schäden bleiben häufig über viele Jahre unbemerkt. Von außen wirken die Balkone oft noch intakt, während sich im Inneren bereits Feuchtigkeit ausbreitet.
Die Folgen können erheblich sein:
Durchfeuchtung der Konstruktion
Schäden an angrenzenden Bauteilen
Wassereintritt in Wohnungen
Schimmelbildung
Verkürzte Lebensdauer der gesamten Balkonkonstruktion
Die freigelegten Bereiche bestätigen damit die Ursachen der bereits bekannten Feuchtigkeitsprobleme und zeigen, wie wichtig eine rechtzeitige Sanierung der Gebäudehülle ist.
Warum bei der Dämmung nicht überall derselbe Dämmstoff eingesetzt wird
Ein häufiger Irrtum bei energetischen Sanierungen ist die Annahme, dass für das gesamte Gebäude lediglich ein Dämmstoff verwendet wird.
Tatsächlich hat jeder Bereich eines Gebäudes unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Wärmeschutz, Brandschutz, Platzbedarf und Belastbarkeit.
Deshalb kommt bei diesem Projekt ein auf die jeweiligen Bauteile abgestimmtes Dämmsystem zum Einsatz.
Die Hauptfassade: EPS 032 in 160 mm Stärke
Den größten Teil der Fassadenflächen dämmen wir mit EPS 032 in einer Stärke von 160 mm.
Dieser Dämmstoff bietet ein sehr gutes Verhältnis aus Dämmleistung, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit und eignet sich daher ideal als Hauptdämmstoff für die Fassadenflächen.
Fensterlaibungen: Maximale Dämmleistung bei geringer Aufbauhöhe
Im Bereich der Fensterlaibungen steht deutlich weniger Platz zur Verfügung als auf den normalen Fassadenflächen.
Um dennoch eine möglichst gute Dämmwirkung zu erzielen,
setzen wir hier Resoltherm 022 in 40 mm Stärke ein.
Durch die sehr gute Wärmeleitfähigkeit kann trotz der geringeren Dicke ein hoher Dämmwert erreicht werden.
Balkonbereiche: Wohnfläche erhalten und Wärmebrücken reduzieren
Auch im Bereich der Balkonanschlüsse ist der verfügbare Platz begrenzt.
Hier verwenden wir Resoltherm 022 mit einer Stärke von 60 mm.
Der Vorteil liegt darin, dass wir eine sehr gute Dämmwirkung erzielen können, ohne die nutzbare Balkonfläche unnötig zu verkleinern.
Gerade an diesen Anschlusspunkten entstehen häufig Wärmebrücken. Eine sorgfältige Ausführung ist daher besonders wichtig.

Brandschutz an den Balkonunterseiten
Für die Unterseiten der Balkone gelten erhöhte Anforderungen an den Brandschutz.
Daher setzen wir in diesen Bereichen Mineraltherm-Dämmplatten mit einer Stärke von 100 mm ein.
Mineralwolle ist nicht brennbar und bietet somit zusätzliche Sicherheit.
Brandriegel innerhalb des WDVS
Auch innerhalb der Fassadendämmung werden gezielt Brandschutzmaßnahmen umgesetzt.
Zwischen den EPS-Flächen werden Mineraltherm-Brandriegel in 160 mm Stärke eingebaut.
Diese Brandriegel dienen dazu, eine mögliche Brandausbreitung innerhalb des Dämmsystems zu verhindern und entsprechen den geltenden Anforderungen an moderne Fassadensysteme.

Gebäudetrennfugen und Stirnseiten
Im Bereich der Stirnseiten, an denen die beiden Gebäudeteile aufeinandertreffen, verwenden wir ebenfalls Mineraltherm.
Hier kommt eine Dämmstärke von 60 mm zum Einsatz.
Auch in diesem Bereich stehen die Anforderungen an den Brandschutz im Vordergrund.
Der Sockelbereich erhält eine Perimeterdämmung
Besonders anspruchsvoll ist der Bereich zwischen Erdreich und Fassade.
Hier wird eine 160 mm starke Perimeterdämmung eingesetzt.
Diese Dämmplatten sind speziell für den Einsatz in erdberührten Bereichen entwickelt und schützen das Gebäude dauerhaft gegen Wärmeverluste und Feuchtigkeit.
Fazit: Gute Planung zeigt sich auf der Baustelle
Die ersten Arbeiten haben bereits bestätigt, dass die geplanten Maßnahmen notwendig sind.
Der Rückbau der Balkone hat vorhandene Feuchtigkeitsschäden sichtbar gemacht, die unter der Abdichtung schlummerten. Gleichzeitig zeigt sich, dass eine energetische Sanierung weit mehr ist als das Anbringen von Dämmplatten.
Jeder Bereich des Gebäudes stellt eigene Anforderungen. Erst die richtige Kombination aus Wärmeschutz, Brandschutz und konstruktiven Lösungen sorgt dafür, dass die Sanierung langfristig funktioniert.
Im nächsten Beitrag werden wir die ersten Dämmarbeiten an der Fassade begleiten und zeigen, wie aus einem Bestandsgebäude Schritt für Schritt eine deutlich effizientere Immobilie entsteht.
Fragen zum Projekt? Sprechen Sie uns gerne an!

Kommentare